Dienstag, 26. April 2011

Cairns, oder: Der Anfang vom Ende, 26.04.2011

Warum müssen alle guten Dinge irgendwann einmal zum Ende kommen? Weil das Schöne und Angenehme flüchtig bleiben muss, ansonsten werden sie dem eigenem Anspruch nicht gerecht, sondern alltäglich.

Der Punkt ist, dass ich jetzt wieder in Cairns bin, genau genommen sogar in dem Hostel, in dem ich meine erste Nacht auf dem roten Kontinent verbracht habe – aber dazu später mehr.

Aus dem banalen Grund günstiger accomodation blieben wir 6 Tage lang in Townsville, wo wir außer zwei Kinobesuchen, dem Konsumieren von für australische Verhältnisse unverschämt stark reduziertem, deutschem Bier und dem Spielen von Skat eher wenig gemacht haben, dafür war Townsville schlicht zu verschlafen.

Allerdings ist Townsville das Tor zu Magnetic Island, ein kleines, grünes Inselchen vor der Küste Townsvilles, auf dem wir 2einhalb Tage verbracht haben. Geschlafen und gegessen haben wir dort im örtlichen YHA, in dem wir für 25 $ die Nacht in einem kleinen Holzhüttchen zu dritt schliefen, was a) super angenehm und b) auch noch echt schmuck aussah und c) sogar (und gerade für YHA-Verhältnisse!) günstig war. Leider Gottes gab es keinen vernünftigen Supermarkt in Reichweite, was zur Folge hatte, dass das Essen, das wir aßen, unglaublich widerlich war und uns den Magen verdarb. Ansonsten lagen wir am Strand und ließen uns die Sonne auf den Pelz scheinen oder gingen durch die Naturpracht wandern, was zwar einerseits durch die Hitze (man bedenke: Townsville, Magnetic Island und alles nördlich davon liegt in den Tropen) anstrengend und schweißtreibend war, andererseits uns permanent durch wunderschöne Buchten, Berge und sonstige Aussichten erfreute. Auch haben wir eine Kokosnuss gefunden, die äußere Schale abgepellt, die Innere zerschmettert und den köstlichen Inhalt genascht. Wer Zuhause kann sich damit rühmen, eine frische Kokosnuss, direkt unter der Palme, an der diese wuchs, gegessen zu haben?!

Auf dem Weg zum Festland zurück hatten wir eine Entscheidung zu fällen: Sollen wir die Millaa Millaa Falls und sonstige Wasserfälle zwischen Townsville und Cairns im Inland erst abfahren und dann nach Cairns aufbrechen, oder sollen wir uns erst eine Bleibe in Cairns suchen?

Die Wahl fiel auf die zweite Option, da der Himmel über uns zuzog und wir die Wasserfälle im Sonnenschein bewundern wollten. Also ging es los nach Cairns!

Auf dem Weg dorthin sah man die Schneise der Zerstörung, die der Zyklon Yasi hinterlassen hat. Auf über 200 km waren die Wälder stark dezimiert, oft sogar völlig zerstört. Die Orte Tully und Cardwell sahen besonders krass aus, da fehlten bei zig Häusern die Dächer, was notdürftig durch Folien und Planen auszugleichen versucht wurde. Untermauert wurde dieses Bild durch moderaten Regen. Die Trostlosigkeit in diesen Orten war schlicht und ergreifend gruselig.

Als wir dann in Cairns ankamen, war für mich klar, wo es hingeht, nämlich dahin, wo alles anfing: ins Gecko’s Backpackers, der Kreis soll sich ja schließen, nicht? In einer Woche fliegen Jonas und Daniel zurück nach Deutschland, ich bleibe noch 20 Tage – was nichts daran ändert, dass es quasi 5 vor 12 ist. Die Reise nähert sich dem Ende.

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