Montag, 31. Januar 2011

Robinvale, 30.01.2011

Achja, so kanns gehen:
Während die Einen wochenlang vergeblich nach einem Job suchen, rufen die Anderen EINE Person an, fragen nach 3 Jobs und kriegen eine sofortige Zusage – So macht Backpacking am meisten Spaß! :D
Das Beste an der Sache ist, dass Sven und ich dieses Mal einfach keine dämlichen Früchte picken, sondern bei einem Spediteur arbeiten und diese Früchte verladen.
Der Job an sich unterteilt sich in verschiedene Aspekte: Das Beladen von Trucks, das Entladen von Trucks, das Einwickeln von Obst und Gemüse, dem Waschen von Trucks und deren Anhänger sowie dem allgemeinem Saubermachen der Halle und der Umgebung. Hört sich jetzt nicht unbedingt spannend an, ist allerdings teilweise knochenhart und auch stressig, zumal wir im Schnitt 11 Stunden 6 Tage die Woche arbeiten, was aber auch entsprechend entlohnt wird. Wenn alles klappt und ich das hier 2 bis 3 Monate machen kann, werde ich in Australien nicht mehr arbeiten gehen, weil es dazu dann schlicht keinen Grund mehr gibt.
Was die Accommodation angeht, kann man sagen, dass das hier ein ziemliches Loch ist. Wir leben in einer Trailersiedlung neben einer Traubenfarm, es sieht hier aus wie in einem Gefängnis, grau in grau plus Stacheldrahtzahn um uns herum. Auch ist hier was mit dem Wasserfilter nicht in Ordnung, das Wasser ist meistens braun und stinkt, weswegen Sven und ich meistens auf unserem Arbeitsplatz duschen. Immerhin bezahlen wir nur 70 Dollar die Woche, dafür gibt es gratis Waschmachinen und Klimaanlage, es könnte also doch schlimmer sein.
Gestern kam es zum Bruch mit einigen der Arbeiterinnen und Anthony, dem Arbeitgeber für alle in dieser Siedlung mit Ausnahme von Sven und mir. Wenn man 70 Stunden die Woche arbeitet, will man nicht mit 300 Dollarn maximal abgespeist werden, das ist zu wenig zum Leben und viel zu wenig zum Sparen und weiterreisen – mehr oder minder Sklaverei. Das ist auch der Grund, warum Svens Freundin Nadine mit zwei weiteren deutschen Mädchen gegangen ist. Sie schauen sich nun im gut 90 Kilometer entferntem Mildura nach Jobs um und sollte das nicht funktionieren, werden sie im 400 Kilometer südlichem Bendigo WWOOFen gehen.
Was das Wetter hier betrifft: Es ist unglaublich heiß. Heute sind es 42 Grad, weswegen alle Menschen in den klimatisierten Räumen sitzen, die nächsten Tage soll das noch schlimmer werden.

Kleiner Nachtrag von Heute, 31.01.2011:

So, habe mein zweites Visum zusammen! Juhu! :)

Grade eben kams zu einer Auseinandersetzung in der Küche, irgendeine Irin hatte, ohne einen Grund zu nennen, ein Problem mit mir und hat ihr Zigarette in meinen frisch geschnittenen Zwiebeln ausgedrückt, warauf hin ich sie eher unfreundlich gefragt habe, was die Scheiße denn bitte soll und ob sie sich nicht einfach verpissen könnte, bevor ich ausraste. Mal gespannt, was das die nächsten Tage gibt.

Soviel zum aktuellen Stand.

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