Hallo alle zusammen!
Nach anderthalb Wochen Jobsuche hat sich endlich ein Job fuer Marcus, Sven (ein Kerl aus Hamburg, den wir kennengelernt haben) und mich ergeben. Morgen gehts 300 km weiter suedlich ins Land, um dort 3 Monate lang Aepfelbaeume zu beschneiden, damit diese viele leckere Fruechte tragen. Bin mal gespannt wie das wird und ob wir das 3 Monate aushalten, weil alle Farmjobs einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben sollen, zumindest, wenn man nach den Erfahrungen der Leute geht, die das alles schon einmal hinter sich hatten.
Naja, wird sich zeigen, ob das alles so klappt, waere auf jeden Fall erfreulich :)
Hier hat sich in den letzten anderthalb Wochen an sich nicht viel getan, der Tagesablauf war immer ziemlich derselbe:
Morgens um halb 9 aufstehen, fruehstuecken, die Jobagencies abklappern, danach in die Libary (kostenloses Internet), da nach Jobs suchen, herumlaufen, Lebenslaeufe verteilen, Vorbereitungen fuer den Abend treffen, dann entweder noch ein wenig was trinken oder schlicht schlafen gehen. Schlafen war aber nicht immer so einfach, da wir einen Kerl aus Manchester auf dem Zimmer haben, der betrunken nicht nur laut, sondern auch schwer unhoeflich wird und uns teilweise bis 3 Uhr nachts auf Trab gehalten hat... uncool.
Marcus hat momentan noch sagenhafte 80 Euro auf dem Konto, deswegen waren wir froh, als das Jobangebot durchkam, ansonsten haetten wir bis uebernaechste Woche warten muessen, um als Fleischverpacker auch 200 km im Inland zu arbeiten. Ob das jetzt besser oder schlechter ist, weiss ich nicht, ich weiss nur, dass ich wenig lust habe in einem Roadhouse zu leben, in dem es nicht einmal Duschen gibt und es bis zum naechsten Ort 20 km sind, also bin ich mit der Farmarbeit momentan (noch!) zufrieden.
Aufgrund der Tatsache, dass ich bald im Inland sein werde, werde ich aller Wahrscheinlichkeit auch nur sehr beschraenkten Zugang zum Internet und wenig bis gar keinen Handyempfang haben, also sorry Anna, dass ich nicht virtuell an deiner Party anwesend sein kann, hierbei hat das Geld leider Vorfahrt, ich hoffe, dass du das verstehst.
Ansonsten haben wir hier noch sehr lustige Menschen getroffen, beispielsweise einen Mienenarbeiter namens Darren, der uns einen kompletten Abend in der Hostel-eigenen Bar spendiert hat und irgenwo zwischen 20 und 30 Jugs Bier, also irgendwo zwischen 20 und 30 Litern fuer gut 200 bis 300 $ hat springen lassen... Danke dafuer! Wir wollten die Kosten eigentlich teilen, aber Darren hat darauf bestanden, alles zu bezahlen und nannte das einfach "Australian hospitality". Cooler Typ!
Perth an sich ist auch eine wunderschoene, wenig hektische (was bei der Groesse von 1,5 Millionen Menschen ziemlich verwundert) und sehr freundliche Stadt, ich habe die Zeit hier durchaus genossen und freue mich, wenn ich nochmal kurz hier rasten werde, bevor ich mich an die eastcoast begebe, wo die Backpacker in solcher Konzentration vorkommen, dass man auf die beschissensten Jobs 4 bis 6 Wochen warten darf. Auch das ist ein Vorteil, wenn man dann schon knapp 4 Monate Arbeiten hinter sich hat, dann kommt ein wenig weiter, bevor Arbeitssuche wieder einmal angesagt ist.
Sopp, das ist der momentane Stand, ich bin raus!
Jonas
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